Alles begann mit einem

Tropfen Wasser

Was bedeutet Trinkwasserüberwachung

Von der Trinkwasserüberwachung sind Unternehmen der öffentlichen Wasserversorgung wie Stadtwerke, Kommunen, Verbände und andere Versorgungsunternehmen einschließlich wasserfördernder Industrieunternehmen betroffen.
Sie unterliegen der in der Trinkwasserverordnung TrinkwV 2001 begründeten gesetzlichen Überwachungspflicht oder müssen im Rahmen einer eigenen Sorgfaltspflicht einwandfreie Trinkwasserqualität nachweisen.
Hierzu werden nach abgestimmten Überwachungsplänen Gefährdungsanalysen erstellt und in regelmäßigen Intervallen Wässer entnommen und auf seine Keimfreiheit untersucht.

 

Was ist unter den "allgemein anerkannten Regeln der Technik" für die Trinkwasser-Installation zu verstehen?

Bei den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a. a. R. d. T.) handelt es sich um in der Praxis erprobte und bewährte Prinzipien und Lösungen für die Trinkwasser-Installation. Sie beruhen zum einen auf europäischen und ergänzenden nationalen Normen, z. B. der Reihe DIN EN 806 "Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen" und der Ergänzungsnorm der Reihe DIN 1988- X00. Weitere zu berücksichtigende Informationen finden sich zum anderen in entsprechenden nationalen VDI-Richtlinien, wie der VDI 6023, und dem DVGW-Regelwerk, z. B. W 551 " Technische Maßnahmen zu Verminderung des Legionellenwachstums " und W 557 "Reinigung und Desinfektion von Trinkwasser-Installationen".

 

Wie definiert sich eine untersuchungspflichtige Großanlage?

Eine untersuchungspflichtige Großanlage verfügt über einen Speicher mit > 400 l Inhalt und/oder über mindestens eine Rohrleitung mit > 3 l Volumen. Außerdem muss in der Anlage Wasser vernebelt werden, beispielsweise in einer Dusche. Ein- und Zweifamilienhäuser sind, unabhängig von den Volumina von Speicher und Rohrleitungen, immer Kleinanlagen und damit nicht untersuchungspflichtig.

 

Wie kann ein Leitungsvolumen von 3 l ermittelt werden?

Als Messgrundlage dient die Berechnung bzw. Abschätzung des Rohrleitungsvolumens vom Abgang des Speichers oder des Durchflusserwärmers bis zur am weitesten entfernten Zapfstelle. Der Inhalt einer eventuell vorhandenen Zirkulationsleitung („Rückleitung" des Warmwassers ohne Entnahmestellen) wird dabei nicht mitgerechnet. Liegen keine Bestandspläne vor, kann das Rohleitungsvolumen anhand der Rohrabmessungen und Rohrlängen überschlägig ermittelt werden.

 

Welche Trinkwasser-Installation muss auf Legionellen untersucht werden?

Eine Trinkwasser-Installation muss auf Legionellen untersucht werden, wenn es sich um eine Großanlage handelt, in der Wasser vernebelt wird (z. B. in Duschen) und sich diese Anlage in einem öffentlichen oder gewerblich genutzten Gebäude (mit mehr als zwei Wohneinheiten) befindet. Außerdem muss eine Trinkwasser-Installation auch auf andere Parameter untersucht werden, wenn der Verdacht besteht, dass die Trinkwasserqualität beeinträchtigt sein könnte.

 

An welchen Stellen sind Proben zu entnehmen?

Hierzu gibt es vom Umweltbundesamt die Empfehlung „Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung". Sie besagt, dass Proben zwar nicht aus allen Steigsträngen entnommen werden müssen. Die Proben sollten aber so genommen werden, dass auch Aussagen zu nicht beprobten Steigsträngen möglich sind. Das gilt beispielsweise für Steigstränge gleichartigen Aufbaus oder gleichartiger Nutzung. Die Beprobung gilt stellvertretend auch dann, wenn die nicht beprobten Steigstränge hydraulisch besser sind als der beprobte Strang.
Generell sind für eine Beprobung Steigstränge mit dem längsten Fließweg sowie Steigstränge, die Duschen versorgen, zu bevorzugen. Der Fokus liegt auf „dem längsten Fließweg", da es sich bei den Beprobungen um eine systemische Untersuchung handelt. Daher sollte auch keine Beprobung direkt an Duschköpfen erfolgen, sondern beispielweise aus den Entnahmearmaturen und möglichst nah an den Steigstränge.
In Gebäuden mit unregelmäßiger Nutzung ist es allerdings schwer, die „repräsentativen" Steigstränge zu bestimmen, wenn nicht alle Steigstränge schon mindestens einmal untersucht worden sind.

 

Wo sind Probenahmeventile nachzurüsten?

Typische Stellen für Probenahmeventile sind am Ausgang des Warmwasserspeichers und kurz vor dem Wiedereintritt der Zirkulationsleitung in den Speicher. Für weitergehende Untersuchungen kann eine weitere am Kaltwasser-Zulauf zum Speicher sinnvoll sein. Alle anderen Probenahmen können in der Regel über die üblichen Armaturen erfolgen.
Idealerweise erfolgt die Abstimmung der Probenahmestellen mit einem zertifizierten Probenehmer, der Kenntnis über den Aufbau der Installation und die Nutzung des Gebäudes hat.

 

Was ist mit dem Begriff „systemische Untersuchung" in der Trinkwasserverordnung gemeint?

Der Begriff „systemisch" in der TrinkwV entspricht dem Begriff „orientierend" aus dem DVGW-Arbeitsblatt W 551. Es geht dabei „nicht um die .... Legionellenfreiheit an allen einzelnen Entnahmestellen, sondern um eine Stichprobe ... in Teilen der Trinkwasser-Installation, die einen Einfluss auf eine größere Anzahl von Entnahmestellen haben kann." (aus: Umweltbundesamt: Systemische Untersuchung von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung.)

 

In welchen Intervallen muss auf Legionellen untersucht werden?

Die Untersuchungsintervalle hängen von Art und Nutzung des Gebäudes ab. In gewerblich genutzten Gebäuden, also in vermieteten Objekten mit mehr als zwei Wohneinheiten, sind mindestens alle 3 Jahre Untersuchungen notwendig; erstmalig bis 31. Dezember 2013.
8-tung : In öffentlichen Gebäuden „mit Patienten mit höherem Risiko für Krankenhausinfektionen" gilt weiterhin die jährliche Beprobungspflicht. Nur in öffentlichen Gebäuden ohne solche Patienten kann das Beprobungsintervall vom Gesundheitsamt unter bestimmten Bedingungen auf drei Jahre verlängert werden. Dafür dürfen nach dreimaliger jährlicher Beprobung keine Auffälligkeiten festgestellt worden sein, die Betriebsweise darf sich nicht grundlegend ändern, und die Installation muss den Allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

 

Wann muss eine Großanlage in vermieteten Objekten mit mehr als zwei Wohneinheiten dem Gesundheitsamt angezeigt werden?

Eine Anzeigepflicht besteht, sobald bei Legionellen eine Überschreitung des „technischen Maßnahmewertes" von mehr als 100 KBE/100 ml festgestellt wird. (KBE = Kolonie bildende Einheit)

 

Wie können die Nutzer einer Trinkwasser-Installation zum Erhalt der Trinkwassergüte beitragen?

An selten genutzten Entnahmestellen sollte man das Wasser ein- bis zweimal pro Woche für etwa 30 Sekunden ablaufen lassen, um den Wasseraustausch sicherzustellen. Ungewohnte Druckschwankungen und Leitungsgeräusche sollten ebenso dem Vermieter gemeldet werden wie zu warmes Kaltwasser. Als Faustregel gilt hier: Nach 30 Sekunden soll die Temperatur weniger als 25 °C betragen. Weitere Informationen finden sich in der „Checkliste für Bewohner und Betreiber. Gesundes Trinkwasser aus der Zapfstelle".

 

Wer ist in der Handlungspflicht, wenn es in einer Trinkwasser-Installation zu Auffälligkeiten kommt?

In der Handlungspflicht ist der Betreiber, also „der Unternehmer oder der sonstige Inhaber" der Trinkwasser-Installation. Er muss auch ohne spezielle Anweisung des Gesundheitsamtes unverzüglich aktiv werden, wenn ihm Auffälligkeiten wie Trübungen, Abweichungen von Temperaturvorgaben, Geschmacks- und Geruchsveränderungen o.ä. bekannt werden.

 

Was ist bei der Überschreitung von Grenzwerten oder anderen Auffälligkeiten in einer Trinkwasser-Installation zu tun?

Der Betreiber muss einen Fachkundigen hinzuziehen, um die Ursachen für die Kontamination herauszufinden, eine Gefährdungsanalyse zu erstellen / erstellen zu lassen, direkte Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher zu ergreifen die Verbraucher sowie das Gesundheitsamt über die Kontamination und die eingeleiteten Maßnahmen zu informieren.

 

Wie sorge ich für eine richtige Wasserentnahme an meiner Gebäudeinstallation ?

Stagnationen vermeiden, d.h. regelmäßige Nutzung und kräftiges Durchspülen aller Wasserentnahmestellen
Regelmäßiges Reinigen der Strahlregler (Perlatoren)
Stagnationswasser der Nacht oder des Wochenendes ausreichend ablaufen lassen
Regelmäßiges Reinigen oder Erneuern (halbjährlich) des Wasserfilters (wenn vorhanden)

 

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